Die Avenues
von Farai Mudzingwa
€ 24,70
Hardcover
versand- oder abholbereit in 48 Stunden
Roman
2026 Unionsverlag
304 Seiten
30 mm x 135 mm
Sprache: Deutsch
978-3-293-00638-6
Kurztext
»Die Stadt Harare lebt und atmet. Sie hat einen Puls mit ganz eigenem Rhythmus, täglich pumpt sie einen neuen, vibrierenden Beat.« Als ein Wettrennen mit seinen Freunden ein tragisches Ende nimmt, ist Jedza überzeugt, verflucht zu sein. In Harare sucht er als junger Mann nach Antworten, und taucht ein in den alltäglichen Wahnsinn der Großstadt - in die Avenues, das hippe Viertel der Schönen und Gescheiterten. Ein rasanter Stadtroman voller Hoffnung, Geister und Gefahren.
Hauptbeschreibung
In Miner's Drift ist nicht viel los, aber immerhin hat Jedza zwei beste Freunde und ein neues Fahrrad. Ein rotes natürlich, die sind schneller als blaue. Die Jungs brausen durch die Straßen, bis ein Wettrennen ein tragisches Ende nimmt. Jedza ist fortan überzeugt, verflucht zu sein.
Getrieben von seinen Dämonen, zieht er als junger Mann nach Harare, eine vor Korruption triefende Großstadt, in der Scharlatane mit Ahnengeistern konkurrieren. Eine Stadt, die alle in die Knie zwingt - doch unterkriegen lässt sich davon niemand. In den Avenues, dem hippen Viertel der Schönen und Gescheiterten, sucht Jedza nach Antworten und wird mitgerissen vom Strudel des alltäglichen Wahnsinns.
Ein rasanter Stadtroman und eine Geschichte von Lasten der Vergangenheit, von Hoffnung, Geistern und Gefahren.
Verwandte Suchkategorien
Hardcover
Roman
2026 Unionsverlag
304 Seiten
30 mm x 135 mm
Sprache: Deutsch
Übersetzt von: Jan Schönherr
978-3-293-00638-6
Weitere verfügbare Ausgaben:
Autor
Farai Mudzingwa lebt in Harare, Simbabwe. Er schreibt politische Essays, Kurzgeschichten, Filmskripte und Zeitungsbeiträge. Sein Debütroman Die Avenues stand auf der Longlist für den CANEX Prize for Publishing in Africa und auf der Shortlist für den Republic of Consciousness Prize for Small Presses. Jan Schönherr studierte literarisches Übersetzen, Philosophie, Soziologie, Germanistik und Literaturwissenschaft. Er übersetzt Literatur aus dem Englischen, Französischen, Italienischen und Rumänischen. Für seine Übersetzungen von Autor:innen wie NoViolet Bulawayo, Scholastique Mukasonga und Ian McGuire wurde er mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Übersetzerstipendium des Freistaats Bayern. Er lebt in München.
Hersteller: Verlag C.H.Beck oHG
Wilhelmstraße 9, 80801 München DE
E-Mail: produktsicherheit@beck.deHersteller: Unionsverlag AG
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Die Stadt Harare lebt und atmet
2026-04-25 05:15:00
Die Erzählweise ist so, dass viel in den Zeiten vor- und zurückgesprungen wird. Es entsteht eine Art Rhythmus.
Es erzählt die Geschichte eines Jungen bzw. später Mannes. So lebhaft wie er ist auch die Sprache. Und auch die Sprache wandelt sich im Buch immer wieder.
Farai Mudzingwa vermittelt einen Blick auf Simbabwe, wie es der westliche Leser nicht kennt.




Tiefe Einblicke in die Gesellschaft Simbabwes, spannend, informativ, humorvoll. Große Leseempfehlung
2026-04-06 11:05:00
Jezda verbringt weit ab von der Stadt eine Kindheit und Jugend mit Gleichaltrigen, die je ihr Ende findet. Zudem überschattet ein tragischer Unfall seinen Weg aus dem unbedarften Kindesalter, das in traumatisiert.
Er kämpft sich durch, macht eine Art Ausbildung, und dank seiner unbekümmerten Art (nach außen hin) und der Hilfe von Bekanntschaften schafft er es letztendlich von einem Vorstadt-Slum in die „Avenues“. Schnell merkt er, dass auch dort nicht alles Gold ist, was glänzt. Korruption sind die täglichen Begleiter, und die Prostitution scheint dort erfunden worden zu sein.
Mittendrinnen in diesem Wirrwarr aus urbanem und ständig pulsierenden und aufstrebenden Wahnsinn drängt sich die Vergangenheit des Landes hinein. Die Flüsse und Sümpfe, die früher dort waren, wo jetzt die Stadt steht, wurden trockengelegt und sind verschwunden; und dennoch drängt sich das Wasser manchmal an die Oberfläche, erzeugt feuchte Stellen, so manche Pfütze und Trugbilder von Geistern. Doch sind es tatsächlich Geister?
Der Hauptgrund, warum Jezda in die Avenues zieht, ist die Suche nach seiner Schwester Natsai. Sie ging vor ihm dorthin, und verschwand spurlos. Ein Ereignis in ihrer Kindheit könnte Auslöser hierzu sein … und so entsteht ein spannender Mix aus Mythologie und brutaler Gegenwart. Jezdas Eltern sind unfähig, zu helfen. Sie haben sich blind dem Christentum verschworen, und den alten Religionen abgesagt.
So entsteht eine latente Korrelation zwischen dem was war, und dem was ist. Eine fröhlich bunte Gesellschaft wird vom Grau der Stadt verschluckt, weggespült vom Wasser, das einst dort war. Die Prostitution, auch wenn es nicht explizit angesprochen wird, ist finanzielle Hoffnung und Fallstrick zugleich für die Mädchen in den Avenues. Und wie das alte Land verschwindet, trockengelegt wurde, verschwinden immer wieder junge Frauen im Sumpf der „Avenues“.
Es ist ein sehr spannendes Buch, das die Folgen des britischen Kolonialismuswahnsinns geschickt in die gegenwärtigen Situationen der Hautstadt wie des ganzen Landes einwebt, und als Beispiel ein paar junge Menschen als Hauptprotagonisten auswählt. Mit einer frischen Sprache, und auf eine fröhlich-humorvolle Art, informativ und mit einigen interessanten (und auch sarkastischen) Fußnoten, entpuppt sich dieser Roman zu einem absoluten Pageturner, den man nicht mehr aus der Hand legen kann.
Absolute Leseempfehlung – nicht nur für jene, die gerne mal über den eigenen (literarischen) Tellerrand blicken möchten.