In einem Zug
von Daniel Glattauer
€ 24,70
Hardcover
Sofort verfügbar in Bregenz, Dornbirn
Roman
2025 DuMont Buchverlag
208 Seiten
Gebunden,
20 mm x 140 mm
Sprache: Deutsch
978-3-7558-0040-8
Hauptbeschreibung
Eduard Brünhofer, ehemals gefeierter Autor von Liebesromanen, sitzt im Zug von Wien nach München. Nicht unbedingt in der Absicht, sich mit der Frau frühen mittleren Alters im Abteil zu unterhalten. Schon gar nicht in der Absicht, mit ihr über seine Bücher zu sinnieren. Erst recht nicht in der Absicht, über seine Ehejahre mit Gina zu reflektieren. Aber Therapeutin Catrin Meyr, die Langzeitbeziehungen absurd findet, ist unerbittlich. Sie will mit ihm über die Liebe reden. Dabei gerät der Schriftsteller gehörig in Zugzwang.»Was befähigt einen Autor, über die Liebe zu schreiben?«, fragt sie.»Ihre Frage ist klüger als jede Antwort darauf«, erwidere ich.»Danke. Probieren Sie es trotzdem.«»Wir haben so viel Spaß wie 2006 bei Daniel Glattauers Riesenerfolg 'Gut gegen Nordwind'.« Elke Heidenreich, BUNTE»Einer der zauberhaftesten und klügsten Liebesdialoge der Gegenwartsliteratur« DER SPIEGEL über 'Gut gegen Nordwind'
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Hardcover
Roman
2025 DuMont Buchverlag
208 Seiten
Gebunden,
20 mm x 140 mm
Sprache: Deutsch
978-3-7558-0040-8
Weitere verfügbare Ausgaben:
Autor
DANIEL GLATTAUER, geboren 1960 in Wien, war zwanzig Jahre Journalist beim Standard. Mit 'Gut gegen Nordwind' (2006) gelang ihm der schriftstellerische Durchbruch. Es folgten weitere erfolgreiche Romane. Seine Bücher wurden in mehr als vierzig Sprachen übersetzt und verkauften sich weltweit millionenfach. Er verfasste zahlreiche Theaterstücke, die zu den meistgespielten im deutschsprachigen Raum gehören. Sein Roman 'Die spürst du nicht' (2023) stand wochenlang auf der SPIEGEL-Bestsellerliste.
Hersteller: DuMont Buchverlag GmbH & Co. KG
Amsterdamer Straße 192, 50735 Köln DE
E-Mail: herstellung@dumont.de




Gespräche im Zug
2025-03-11 11:23:00
Ich habe vor Jahren mal ein Buch des Autors angefangen, irgendwas mit Nordwind, und es gefiel mir damals nicht. Jetzt wollte ich ihm eine neue Chance geben, bin ja inzwischen auch etwas älter.
Ich fand es ganz gut zu lesen, die Story ganz interessant. Die Gespräche zwischen dem doch teilweise überheblichen Autors und der Therapeutin waren unterhaltsam, auch wir Eduard immer wieder geläutert wurde, hat mir gefallen. Ich kann mir tatsächlich vorstellen, dass es solche Gespräche in Zügen gibt. Ich fand es jedenfalls unterhaltsam und gut zu lesen. Hat mir gefallen.




Lass mal über die Liebe reden
2025-03-08 11:49:00
Zum Inhalt: Eduard Brünhofer ist ein erfolgreicher Liebesroman-Autor, auch wenn er schon länger nichts neues mehr geschrieben hat, da er das Gefühl hat trotz glücklicher Ehe nichts mehr über die Liebe zu sagen zu haben. Bis ihm im Zug eine junge Frau gegenüber sitzt und über genau diese Liebe reden will.
Das Setting und die Umstände des Aufeinandertreffens der beiden Akteure ist denkbar simpel und alltäglich. Gleichzeitig lenkt es dadurch nicht ab und verschiebt den Fokus nicht weg von dem, was das Herzstück des Buches ist: Eduard redet offen über die Liebe. Ein Thema, das universell ist, gleichzeitig nie an Reiz verliert, weil doch alle danach Streben und auf eine Zauberformel hoffen, wie sie zu erlangen und vor allem auch zu halten ist.
Daniel Glattauer hat so eine Art zu schreiben, die mich einfach abholt. Es ist jetzt nicht sonderlich ausgefuchst, poetisch oder besonders tiefgreifend, aber irgendwie echt und bringt bei mir was zu klingen. Und ab und ab lässt er seine Figuren dann mal eine Weisheit raushauen, die es faustdick hinter den Ohren hat. Das Buch ist nicht unbedingt bequem, es gibt viel Reibung. Aber genau das mit die Geschichte so wahnsinnig intensiv und raffiniert.
Ich fand dieses Buch wunderbar amüsant, gleichzeitig stimmt es aber auch nachdenklich darüber, was man sich von der Liebe erwartet, was sie für einen selbst bedeutet.




Feinsinnig und humorvoll
2025-03-05 15:20:00
Ein Ich-Erzähler (Name: Eduard Brünhofer) sitzt im Zug einer Frau (Name: Catrin) schräg gegenüber und versucht krampfhaft einem Gespräch aus dem Weg zu gehen. Doch nach kurzer Zeit kommt es zu einem Dialog zwischen den beiden, weil die Mitreisende den Erzähler mit ihrem ehemaligen Englischlehrer verwechselt. Die Situation wird von Eduard als höchst unangenehm empfunden. Er möchte Geschäftigkeit vortäuschen, um dem Small-Talk aus dem Weg zu gehen (wer kennt das nicht?). Zeitweise überlegt er sogar ernsthaft, den Zug zu verlassen und einen anderen Zug nach München zu nehmen. Gleichzeitig ist er ein wenig gekränkt, dass die Frau, die er für eine potentielle Leserin seiner Bücher hält, ihn nicht als populären Schriftsteller erkennt. Mit ein wenig Hilfestellung gelingt es ihm aber, seine Gesprächspartnerin auf die richtige Fährte zu führen. Was für ein missglückter Start in die Konversation (zumindest aus Eduards Sicht)!
Eduard ist spitzfindig in seiner Wortwahl und schlagfertig (v.a. gedanklich), er wägt genau ab, wie er etwas formuliert (wohl ein echter Schriftsteller :-) Zudem fällt auf, dass er ein guter Beobachter und Zuhörer ist. Gleichzeitig richtet er fortlaufend auch immer wieder kritische Nachfragen an seine Gesprächspartnerin. Es ist ihm wichtig, dass sie sich präzise ausdrückt. Durch Eduards Gedankenwelt erfahren wir, welche Fragen zu seinem Beruf ihn besonders nerven. Doch die Mitreisende richtet unbekümmert allerlei nervige Erkundigungen zu seinem Schaffen als Autor und zum Literaturbetrieb an Eduard. Und Eduards Antworten fallen dabei herrlich strukturiert und kenntnisreich aus.
Catrin bleibt hartnäckig und stellt zahlreiche Nachforschungen an. Dabei fällt auf, dass die Fragen, die sie an ihn richtet, sehr scharfsinnig sind. Sie ist aufrichtig an ihm und an dem, was er zu erzählen hat, interessiert. Und mit der Zeit wird das Gespräch immer persönlicher und offenherziger, beide nähern sich an. Eduard wird richtig redselig. Und in den Gesprächspausen hängt er seinen Gedanken nach, in die nur wir als Leser eintauchen. Catrin hingegen wird immer mutiger (und indiskreter), was ihre Fragen betrifft. Irgendwann fragt sie ihn unverhohlen nach seiner Beziehung zu seiner Ehefrau aus. Kurzum: Eine interessante Entwicklung, die die beiden durchlaufen. Und die Handlung wird durch die Frage vorangetrieben, wohin das Ganze führen wird. Ich war neugierig zu erfahren, was aus den beiden wird. Oder herrscht die Offenheit zwischen beiden nur vor, weil sie wissen, dass sie sich vermutlich nie wieder sehen?
Das Buch ist insgesamt wieder sehr feinsinnig gestaltet (wie man es von Glattauer kennt), mit einem ausprägt-analytischen Blick für das Kommunikative (wie schon erwähnt). Der Dialog zwischen Catrin und Eduard ist kunst- und humorvoll sowie pointiert arrangiert worden, er wirkt äußerst lebendig und unmittelbar. Die Schilderung von Nonverbalem rundet das Ganze weiter ab. Der Charakter und die Stimmung sowie die Beziehung beider Figuren kommt gut zum Ausdruck. Durch die Indiskretion von Catrin fragt man sich als Leser irgendwann, was ihre Absicht ist und was sie im Schilde führt. Irgendwann war ich sogar etwas empört über das Verhalten von Catrin und habe ihr kommunikatives Verhalten als anstrengend empfunden. Ich habe mich irgendwann gefragt, ob sie gar Spaß daran hat, Eduard in Verlegenheit zu bringen. Mit anderen Worten: Man ist emotional involviert, wenn man den Inhalt liest. Klasse! Ein Satz noch zum Ende (ohne zu sehr zu spoilern): Es ist überraschend. Ich habe es nicht kommen sehen. Und ich fand sehr schade, wie das Buch endet. Trotzdem gibt es von mir volle 5 Sterne!