Alleinruhelage

Alleinruhelage

von Eva Menasse

€ 24,70

Hardcover

Sofort verfügbar in Höchst, Dornbirn

Roman
2026 Kiepenheuer & Witsch
224 Seiten
22 mm x 133 mm
Sprache: Deutsch
978-3-462-00262-1

Hauptbeschreibung

Nach dem Ende der Ehe steht eine Frau mit ihrem Wochenendhaus plötzlich allein da. Hier hat sie einst mit der Familie die Idylle gesucht und will nun den Neuanfang wagen.

Die nötige Hilfe ist quasi vom Himmel gefallen, Alla und Bolek aus Polen, zwei Kettenraucher, die alles können. Die Renovierungen und Rückschläge, die geplatzten Wasserleitungen und die Bosheiten der benachbarten Schrebergärtner lösen viele Erinnerungen und neue Erkenntnisse aus - und so manche Fallstricke der deutsch-deutschen Geschichte nimmt die Erzählerin womöglich genauer wahr, als Wienerin in der doppelten Fremde. Dann beschließt sie, das geliebte Haus zu verkaufen, um noch einmal aus- und aufzubrechen aus ihrer »stabilen Alleinruhelage«.

Eva Menasse hat einen vielschichtigen Roman über die Zwischenbilanz eines Lebens geschrieben, eine gewitzte Reflexion über Fremdheit und Heimat - und das Abschiednehmen.


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Hardcover
Roman
2026 Kiepenheuer & Witsch
224 Seiten
22 mm x 133 mm
Sprache: Deutsch
978-3-462-00262-1


Weitere verfügbare Ausgaben:

Autor

Eva Menasse, geboren in Wien, lebt seit über 25 Jahren in Berlin. Ihrem Debüt »Vienna« (2005) folgten Romane und Erzählungen (»Lässliche Todsünden«, »Quasikristalle«, »Tiere für Fortgeschrittene«), die vielfach ausgezeichnet und übersetzt wurden. Preise (Auswahl): Heinrich-Böll-Preis, Friedrich-Hölderlin-Preis, Österreichischer Buchpreis, Bruno-Kreisky-Preis, Jakob-Wassermann-Preis, Ludwig-Börne-Preis und das Villa-Massimo-Stipendium in Rom. Ihr letzter Roman »Dunkelblum« war ein Bestseller und wurde in zehn Sprachen übersetzt. Zuletzt erschien der Essay »Alles und nichts sagen. Vom Zustand der Debatte in der Digitalmoderne« (2023). 2025 wurde sie mit dem Ehrenpreis des Österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln ausgezeichnet.

Hersteller: Verlag Kiepenheuer & Witsch GmbH & Co. KG
Bahnhofsvorplatz 1, 50667 Köln DE
E-Mail: produktsicherheit@kiwi-verlag.de

Erinnerungen & ein Neuanfang 2026-08-13 20:09:00
von Tara
„Alleinruhelage“ ist ein kluger Roman der in Berlin lebenden Autorin Eva Menasse

„Haus, ich verkaufe dich“, mit diesem Satz der Protagonistin und Ich-Erzählerin startet die Handlung. Ein Haus, das Zeuge ihres Lebens ist, in dem sie mit ihren Kindern und ihrem Mann ihre Ferien mit guten und schlechten Tagen verbracht hat, das aber seit dem Aus der Ehe leer steht und verkommt. Es ist nicht das erste Mal, dass sie verkaufen möchte, aber dieses Mal soll es wirklich so sein.
Alleine könnte die Protagonistin das Haus niemals in einen wohnlichen Zustand versetzen, aber sie hat Glück und bekommt Hilfe von dem polnischen Handwerker Bolek und der polnischen Putzfrau Alla.

Der Schreibstil von Eva Menasse ist ruhig und atmosphärisch. Die Stimmung der Datschensiedlung in Vorpommern wird gut vermittelt.
Zudem erfährt man viel aus dem ostdeutschen Sprach- und Kulturraum.

Es ist ein vielschichtiger Roman mit sympathischen Protagonisten, der mich zum Lachen gebracht und auch nachdenklich gemacht hat. Besonders amüsant fand ich dabei Alla und Bolek, die mich mit ihren liebenswerten Satzkonstruktionen immer wieder zum Schmunzeln gebracht haben.
Ich bin der Ich-Erzählerin gerne durch die Erinnerungen gefolgt und konnte sowohl ihre Gedanken als auch ihre Gefühle gut nachvollziehen.
Thematisch spricht die Autorin diverse Alltagsthemen an, in denen sich jede*r Leser*in irgendwo wiederfinden kann. Zwischen melancholischen und amüsanten Themen geht es um Veränderungen, Abschiednehmen, Neuanfang, Heimat, Fremde, Zugehörigkeit, Identität und vieles mehr.

Mich hat dieser vielschichtige Roman nachdenklich zurückgelassen.
Er zeigt, wie sich das Leben verändern kann und dass Einschnitte manchmal einen Neustart einfordern, um sein altes Leben loszulassen. Für mich ist „Alleinruhelage“ eine lohnende Lektüre, die durch ihre Authentizität noch lange nachhallt.
Hallo Haus 2026-08-13 16:57:00
Alleinruhelage ist der ungewöhnliche Titel des neuen Romans der österreichischen Schriftstellerin Eva Menasse.
Eine Frau kehrt zu ihrem Wochenendhaus zurück. Es stellt sich die Frage: renovieren oder verkaufen. Die Erzählerin steht an einem Wendepunkt in ihrem Leben. Eine Trennung beschäftigt sie sehr. Es sind Entscheidungen für einen Neuanfang zu treffen.
Sie erinnert sich an die alten Zeiten, z.B. an die Zeit mit ihren Kindern und Freunden, dann auch an ihre eigene Kindheit.

Es dauert nicht lange, bis man in den Sog des Erzählflusses hinein gesogen wird. Das Ganze ist sehr intensiv!
Es wird ein Buch der Erinnerungen und des Bilanz-ziehens.

Eva Menasse verfügt über eine Sprache, die es ihr ermöglicht, den Text so klar und dicht zu gestalten.
Ein Haus voller Erinnerungen 2026-08-10 11:17:00
Was zunächst wie die Geschichte eines Wochenendhauses klingt, wird bei Eva Menasses 'Alleinruhelage' schnell zu einer vielschichtigen Erzählung über Abschied, Beziehungen, Heimat und die Frage, was von einem vergangenen Leben eigentlich bleibt. Die namenlose Ich-Erzählerin steht nach dem Ende ihrer Ehe vor der Entscheidung, sich endgültig von dem Haus in Brandenburg zu trennen, das sie gemeinsam mit ihrem damaligen Mann nach der Wende gekauft und über Jahre hinweg renoviert hat. Beim Ausräumen kommen nicht nur allerlei kuriose Hinterlassenschaften zum Vorschein, sondern vor allem Erinnerungen an die Familie, vergangene Lieben, Konflikte und Neuanfänge.

Besonders gelungen ist dabei die besondere Erzählweise. Die Protagonistin spricht das Haus immer wieder direkt an und lässt sich von einer Erinnerung zur nächsten treiben. So entsteht ein mäandernder Gedankenstrom, der gelegentlich assoziativ von einem Gedanken zum nächsten übergeht und gerade dadurch sehr lebensnah wirkt. Menasse verbindet dabei Melancholie und Nachdenklichkeit mit einem feinen, teilweise wunderbar trockenen Humor. Gerade die Episoden rund um die Renovierung und die beiden polnischen Handwerker Alla und Bolek sorgen für einige amüsante Momente.

Überhaupt lebt der Roman weniger von einer großen Handlung als von Beobachtungen, Erinnerungen und den Gedanken seiner Protagonistin. Dabei geht es um das Ende einer Ehe, Familie und das Älterwerden, aber auch um Fremdsein, Heimat und die deutsch-deutsche Geschichte. Besonders interessant fand ich den Blick einer Österreicherin auf das Leben in Ostdeutschland und die damit verbundenen Erfahrungen von Zugehörigkeit und Ablehnung.

Nicht alles hat mich dabei gleichermaßen überzeugt. An manchen Stellen verliert sich die Erzählerin etwas in ihren Gedankengängen, und auch einige politische Ausführungen waren mir persönlich etwas zu ausführlich. Gleichzeitig ist gerade diese Abschweifung Teil des besonderen Erzähltons des Romans.

Insgesamt hat mir 'Alleinruhelage' vor allem sprachlich sehr gut gefallen. Eva Menasse erzählt klug, pointiert und mit einem wunderbaren Gespür für die kleinen Absurditäten des Lebens. Ein ruhiger, melancholischer und zugleich humorvoller Roman über das Loslassen und darüber, dass manche Orte eben doch viel mehr sind als nur Häuser.