Querfeldein

Querfeldein

von Alex Capus

€ 26,80

Hardcover

Sofort verfügbar in Bregenz, Dornbirn, Höchst

Roman
2026 Hanser
288 Seiten
24 mm x 135 mm
Sprache: Deutsch
978-3-446-28564-4

Hauptbeschreibung

Nach »Das kleine Haus am Sonnenhang« Alex Capus' neuer Roman über einen Gasthof und die Frage: Wie findet man innere Ruhe im Leben? In einem Schweizer Dorf an der Grenze zu Deutschland führt vor hundert Jahren der junge Wirt Arnold einen Gasthof. Bunte Vögel und düstere Gestalten überqueren die Grenze, manche kommen auch nachts und querfeldein. Am Stammtisch sitzen die Witzbolde aus dem Dorf. Eines Tages naht eine Fremde hoch zu Ross durch den Schnee. Ihr Name ist Betty. Arnold heiratet sie und bekommt mit ihr acht Kinder. Das Leben nimmt seinen Lauf, bis sich die älteste Tochter Clara 1933 in einen Schmuggler namens Hermann verliebt. Der bringt die Uniformierten auf beiden Seiten der Grenze gegen sich auf. Es kommt zum Drama - und das Dorf erhebt sich gegen eine Großmacht. Alex Capus ist ein Meister darin, aus historischen Stoffen große Romane zu machen.


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Hardcover
Roman
2026 Hanser
288 Seiten
24 mm x 135 mm
Sprache: Deutsch
978-3-446-28564-4


Weitere verfügbare Ausgaben:

Autor

Alex Capus, geboren 1961 in der Normandie, lebt heute in Olten. Er schreibt Romane, Kurzgeschichten und Reportagen. Für sein literarisches Schaffen wurde er u. a. mit dem Solothurner Kunstpreis 2020 ausgezeichnet. Bei Hanser erschienen die Romane »Léon und Louise« (2011), »Fast ein bisschen Frühling« (2012), »Der Fälscher, die Spionin und der Bombenbauer« (2013), »Reisen im Licht der Sterne« (2015), »Das Leben ist gut« (2016), »Königskinder« (2018) sowie die Spiegel-Bestseller »Susanna« (2022) und »Das kleine Haus am Sonnenhang« (2024).

Hersteller: Carl Hanser Verlag GmbH & Co.KG
Vilshofener Straße 10, 81679 München DE
E-Mail: info@hanser.de

Plädoyer für Eigensinn und Zusammenhalt 2026-07-27 23:30:00
von Ruth
Alex Capus ist einer der populärsten Schweizer Autoren. Seine Bücher befinden sich regelmäßig auf den Bestsellerlisten und auch sein neuester Roman wird sich bald einen Platz darauf sichern. Wie in vielen seiner Werke greift der Autor wieder auf historische Begebenheiten und Figuren zurück und bettet dies in eine unterhaltsame fiktive Geschichte. Herausragende Beispiele dafür sind „Eine Frage der Zeit“, bereits 2007 erschienen, in dem er ein kurioses Kapitel deutscher Kolonialgeschichte literarisch verarbeitet und sein erfolgreichstes Buch die Liebesgeschichte „Léon und Louise“, bei der er sich auf das Leben seines Großvaters bezieht, vor dem Hintergrund deutscher Geschichte und deutscher Besatzung in Paris.
Schauplatz in „Querfeldein“ ist das kleine Schweizer Dorf Ramsen im Grenzgebiet zu Deutschland. Hier eröffnet Anfang des Zwanzigsten Jahrhunderts ein junger Mann namens Arnold den Gasthof „Zur Moskau“. Arnold ist Sohn eines Arbeiters, der lange Zeit ein unstetes Leben führt. Jede Arbeit wird ihm bald so langweilig, dass er beschließt, sich nach 100 Tagen eine neue Stelle zu suchen. So lernt er die Welt und die Menschen kennen und erwirbt sich zahlreiche Fertigkeiten. Dabei führt ihn sein Weg nach Baden-Baden, wo er in einem Straßenbautrupp Pflaster vor dem Casino verlegt. Nach Abschluss der Baumaßnahme gehen alle gemeinsam ins Casino und Arnold verlässt das Haus mit sehr viel Geld in der Tasche. Dieser unverhoffte Gewinn verschafft ihm die Möglichkeit, zukünftig sein eigener Herr zu sein. Sein Wirtshaus läuft gut, hier treffen sich sowohl die Dorfbewohner als auch Auswärtige - Händler, Reisende und hin und wieder ein paar „exotische Zugvögel“. Anton ist zufrieden. Zu seinem Glück fehlt ihm nur noch die passende Frau und die kommt eines Tages hoch zu Ross angeritten. Betty und er werden ein Paar und bekommen zusammen acht Kinder. Clara, die Älteste, ist anders als die andern. Gern streunt sie durch die Gegend, bleibt manches Mal für Tage weg. Aber Arnold und Betty lassen sie sein, wie sie ist.
Eines Tages, wir sind mittlerweile im Jahr 1933, bricht ein Bär von einem Mann durchs Unterholz und stürmt auf das Gasthaus zu. Es handelt sich dabei um einen tschechischen Schmuggler auf der Flucht vor den Uniformierten. Clara findet Gefallen an ihm und dieser Hermann an ihr. Er bleibt bei den Wirtsleuten, macht sich überall nützlich und gehört bald zur Familie. Doch seine Schmugglertätigkeit gibt der junge Mann nicht auf. Gefährlich ist dies nicht wegen dem bisschen Zucker und Kaffee, das er nach Deutschland schmuggelt, gefährlich ist es vor allem , weil Hermann auch immer kommunistisches Propagandamaterial im Rucksack hat. Und als er eines Tages von NS- Leuten aufgegriffen, brutal zusammengeschlagen und über die Grenze verschleppt wird, werden nicht nur Clara und Betty aktiv. Nein, das ganze Dorf setzt sich für Hermanns Freilassung ein. Wie, das soll hier nicht verraten werden.
Auslöser für diesen Roman war eine Ansichtskarte von diesem „Gasthaus zur Moskau“, die Alex Capus auf einem Flohmarkt in die Hände fiel. Diese Karte führte ihn dann zum Schmuggler Hermann Weber, der tatsächlich in die Fänge der SS geriet, nach Deutschland entführt und nach Protesten wieder freigelassen wurde.
Um zu diesem eigentlichen Höhepunkt der Geschichte zu kommen, lässt sich Capus sehr viel Zeit. Erst in der Mitte des Buches hat Hermann seinen ersten Auftritt. Zuvor zeichnet der Autor ein anschauliches Bild vom Leben in diesem Dorf Anfang des letzten Jahrhunderts. Im Zentrum steht Arnold, ein eigensinniger Mensch im wahrsten Sinne des Wortes. Er hat seine ganz individuelle Vorstellung von einem sinnerfüllten Leben. Die findet er als Wirt, Ehemann und Familienvater. Da kann der Autor, der seit 13 Jahren in Olten eine Bar betreibt und fünf Söhne hat, aus der eigenen Erfahrung schöpfen. Arnold weiß, was er will, setzt seine Interessen aber nie mit Gewalt, sondern mit Witz, Intelligenz und Beharrlichkeit durch.
Auch die beiden Frauenfiguren sind dem Autor außerordentlich gut gelungen. Beide sind starke, selbstbewusste und unkonventionelle Frauen. Arnold tut gut daran, ihnen keine Fesseln anzulegen. So ist der Roman auch ein Ratgeber, wie langjährige Beziehungen funktionieren können.
Ebenso werden einige Nebenfiguren mit interessanten Biografien ausgestattet, wobei es da ein paar Abschweifungen zu viel gibt.
Doch der Roman ist v.a. ein Plädoyer für Zusammenhalt und gemeinschaftliches Engagement. Für die Rettung von Hermann müssen einige Kugeln ins Rollen gebracht werden, aber der Erfolg spricht für die Methode.
Sicher, manches mag märchenhaft erscheinen und der Erzählton passt dazu. Unterbrochen wird der Plauderton dann aber mit in den Text eingefügtem Archivmaterial in Form von Briefen und Protokollen, was der Geschichte wiederum Authentizität verleiht.
Auch wenn „Querfeldein“ für mich zu den eher schwächeren Werken von Alex Capus zählt, so empfehle ich ihn trotzdem gerne.
Wer sich aber von seinem wahren schriftstellerischen Können überzeugen möchte, der greife zu den beiden eingangs genannten Romanen.
Arnold und sein Traum 2026-07-23 14:35:00
von Murksy
Arnold will an der schweizerischen Grenze seinen Traum verwirklichen: ein Gasthaus. Das kleine Dorf scheint dafür gut geeignet, wenn auch die teilweise eigenwilligen Bewohner ihre ganz persönliche Note in die Geschichte bringen. Das Projekt scheint gut zu funktionieren, Dinge wie die große Weltpolitik oder gar der drohende Krieg scheinen das Dorfleben nicht zu stören. Doch die Ruhe vor dem Sturm wird nicht ewig halten und eine Reihe von Ereignissen schüttelt Arnold und seine Familie durch.
Mit viel Lokalkolorit und einem ganz speziellen Charme wird die Geschichte erzählt. Neben den kauzigen Bewohnern sorgt ein immer wieder aufblitzender Humor für beste Unterhaltung. Und dabei geht das Buch auch in die Tiefe, die persönlichen Schicksale und die damalige Zeit prägen die Erzählung. Die Menschen wollen einfach nur leben, doch angesichts der Weltlage wird dies zunehmend schwerer. Mit Bauernschläue und festem Willen gelingt es den Figuren den Wirren zu trotzen. Und als Essenz des Ganzen stellt sich wieder einmal heraus, das die Liebe in der Lage ist, größte Hindernisse zu überwinden. Eine wirklich durchgehen hervorragend erzählte Geschichte mit historischem Hintergrund und auch wunderbar in unsere fragilen Zeiten zu übertragen.

Dies ist eine Privatrezension ohne KI erstellt. Kopie, auch in Auszügen, unterliegt dem Urheberrecht.
Im Gasthof zur Moskau 2026-07-21 06:48:00
Alex Capus gestaltet seinen neuen großen Roman mit seiner gewohnt lässigen, manchmal lakonischen Art.
Es beginnt zur Jahrhundertwende und zeigt einen Schweizer Gastwirt und seine Frau sowie seine Kinder über einen langen Zeitraum. Dabei betrachtet Alex Capus auch die politischen und gesellschaftlichen Umwälzungen der Zeit.

Es ist ein historischer Stoff und wirkt aufgrund der eigenwilligen Figuren wie ein Schelmenroman. Aus meiner Sicht sehr gelungen! Alex Capus ist ein zuverlässiger Autor, dessen Bücher immer ein gutes Niveau haben.